Hundert schwarze Nähmaschinen: (Jung Und Jung)

 

Elias Hirschl (23),  der seine ersten Gehversuche in der Poetry Slam-Szene gemacht hat, gilt als einer der Shooting-Stars der heimischen Literaturszene und liefert mit seinem dritten Roman  „Hundert schwarze Nähmaschinen“ eine beeindruckende Talentprobe ab.

 

Hirschl erzählt witzig und unterhaltsam von den Erlebnissen eines Zivildieners, der seinen Dienst in einer Wohngemeinschaft für geistig und psychisch Kranke ableistet. Während anfangs die Grenzen zwischen Klienten und Betreuern noch klar zu erkennen sind, wird es für den Protagonisten, je länger er in der WG arbeitet, immer schwieriger die Differenzen zu erkennen.Mit viel schrägem Humor, witzigen Einfällen, Ironie und mitunter auch philosophischen Einschüben schildert der Autor wie der Zivildiener den Alltag der Wohngemeinschaft erlebt, und hält damit u.a. auch unserer Gesellschaft, in der psychische Erkrankungen in den letzten Jahren sprunghaft ansteigen, ein Spiegelbild vor. Was ist krankhaft und was gesund? Dass diese Einteilung manchmal schwer zu treffen ist und dabei oft auch Fachleute irren, wird auch dem „Zivi“ bald immer mehr klar

Parallel dazu zerbröckelt langsam die aktuelle Beziehung des jungen Mannes. Für den „Zivi“ und seine Freundin wird das Streiten von der Neben- immer mehr zur Hauptbeschäftigung. Letztendlich ist eine Trennung nicht mehr zu vermeiden incl. erhöhtem Zigaretten- und Bierkonsum, neuer Postadresse und verändertem Facebook-Status.

Tolles Buch, sehr zu empfehlen! Wenn sich Gelegenheit dazu bietet, unbedingt eine Lesung von Elias Hirschl besuchen, denn er versteht sich auch ganz prächtig aufs Vorlesen! (rlf)